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Schwalben für Sonderbach: Kinder fertigen Nester an

Schwalben DagmarJährlingAus Gips und Häcksel basteln Sonderbächer Kinder Schwalbennester. Foto: Dagmar Jährling 

SONDERBACH - Wenn man jemandem den Sommeraufenthalt in einer Ortschaft schmackhaft machen möchte, dann muss das Umfeld stimmen und eine passende Unterkunft zur Verfügung stehen. Das haben sich die Sonderbacher zu Herzen genommen. Sie wollen ab dem kommenden Jahr viele neue Sommergäste willkommen heißen – klein, flink und gefiedert. Es gibt zwei Arten: Mehl- und Rauchschwalben. 

Der Nabu Heppenheim und die Granitwerke Röhrig haben sich gemeinsam der kleinen Flugkünstler angenommen, die in hiesigen Gefilden immer weniger werden. Die Gründe: Nahrungsmangel durch intensive Landwirtschaft und Pestizid-Einsatz, die Abneigung vieler Häuslebauer gegen Nester am Gebäude, neue Häuser werden isoliert, oft haften die Nester an modernen Farben nicht mehr. Auch das Nistmaterial wird weniger. Dagegen möchte man etwas tun: „Schwalben für Sonderbach“ ist das Mitmachprojekt für das Dorf überschrieben.

Zunächst wurde erfasst, wie viele Schwalbennester es im Dorf gibt, die Einwohner waren zu einer Infoveranstaltung eingeladen. Als Resonanz darauf haben einige Hausbesitzer vorgefertigte Schwalbennester bestellt, die die Feuerwehr des Stadtteils nun nach und nach anbringt. Es ist zwar zu spät für eine diesjährige Brut in den neuen Behausungen, doch die Schwalben sind treu, kehren jedes Jahr in ihr angestammtes Nest zurück – und registrieren vor dem Flug gen Süden sehr wohl, dass neue Unterkünfte zur Verfügung stehen, man also getrost die ganze Familie mitbringen kann.

UNTER SCHUTZ
Schwalben stehen unter Naturschutz. Nach Paragraf 44
des Bundesnaturschutzgesetzes ist es streng
verboten, Schwalbennester – auch wenn der Bau gerade
erst begonnen hat – zu entfernen. Ein Verstoß kann mit
einer empfindlichen Geldbuße geahndet werden.
Bei Fragen rund um das Thema Schwalben findet
man Kontakt auf der Homepage www.nabu-heppenheim.de. (rid)

Gips und Hanfhäcksel dienen als Baumaterial

Am Donnerstag und Freitag standen die Kinder im Mittelpunkt des Projektes. Bei einem Workshop lernten 16 Teilnehmer zwischen sieben und 14 Jahren Wissenswertes rund um die Schwalben. Auch Dauerregen hielt Doris Heller und Günther Hagemeister vom Nabu sowie Birgitt Bauer und Mario Helfert von der Firma Röhrig nicht davon ab, ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen. Morgens besuchte man die Rauchschwalben im Stall von Bauer Bitsch. Die sind an Menschen gewöhnt, ließen es sogar zu, dass man mit einem Spiegel ins Innere der Nester schaute. Und siehe da: In zwei davon saßen noch Küken. Nester zu bauen, das ist für Schwalben nicht mehr so einfach. Es fehlt an Baumaterial. Früher fanden die Vögel überall Lehm und Stroh oder Mist – die perfekte Mischung für ein „Haus“, das Jahrzehnte überdauern kann. Heutzutage sind immer mehr Straßen asphaltiert, es gibt weniger Bauernhöfe. Doch Nester, die nur aus Lehm gebaut werden, halten meist nicht lange. Voller Mitgefühl vernahmen die Kinder die Informationen und gingen mit Feuereifer an die Arbeit: Sie bauten Schwalbennester aus einer Mischung aus Gips und Hanfhäcksel, ein wenig mit umweltfreundlicher, ungiftiger Farbe eingefärbt.

Die Nester der Kinder werden in der Scheune des Sonderbachers Edmund Bauer montiert. Da können sie im nächsten Jahr schauen, ob Schwalben eingezogen sind. Auf dem Gelände Bauers ist auch ein Schwalbenturm für Mehlschwalben entstanden, der am Freitag feierlich enthüllt wurde. Anschließend feierte man gemeinsam ein großes Schwalbennest auf dem Gelände der Firma Röhrig, die sich seit eh und je für den Naturschutz stark macht.

Doch nicht nur Schwalbennester wurden gebaut: Das Tuch zum Verhüllen des Turms wurde verziert, es entstanden Sandbilder, es wurde gemeinsam gefrühstückt, gekocht und gegessen. Darüber hinaus stellten die Kinder Collagen zusammen mit Informationen rund um die Schwalbe. Voller Wissensdurst waren die Mädchen und Jungen dabei, sind mittlerweile alle kleine Schwalbenexperten, die ohne Probleme nicht nur Rauch- und Mehlschwalben, sondern auch deren Nester voneinander unterscheiden können. Sie wissen viel über den Vogelzug und darüber, dass die flinken Flugkünstler in Großfamilien leben. Die Jungen der ersten Brut helfen ebenso bei der Aufzucht der zweiten Brut mit wie die Tanten. Und wie erkennt man, ob in einem Nest Junge sitzen? Dort ist jener Kothaufen unter dem Nest, der viele so stört, die nicht den großen Nutzen der Schwalben sehen. Die anderen Nester werden oft als Schlafplätze genutzt. Die erwachsenen Vögel verrichten ihr Geschäft nicht vor der eigenen Haustür. 

Quelle: http://www.echo-online.de/lokales/bergstrasse/heppenheim/schwalben-fuer-sonderbach-kinder-fertigen-nester-an_18103067.htm