Pressegespräch am 11.09.2025

Am 11. September 2025 fand mit Vertretern der lokalen Medien ein Pressegespräch statt, in dem Geschäftsführer Marco Röhrig über den aktuellen Stand der vorbereitenden Arbeiten zum Erweiterungsprojekt berichtete. Projektleiter Martin Buschmann erläuterte, in welchen Schritten die Erweiterung umgesetzt werden soll. Anschließend nutzten die Journalisten die Gelegenheit zu einer Besichtigung des Steinbruchs.
Hier das STATEMENT von Geschäftsführer Marco Röhrig
„Wir freuen uns sehr, dass gegen den positiven Planfeststellungsbeschluss des Regierungspräsidiums Darmstadt keine Klagen beim Verwaltungsgericht eingegangen sind. Für uns als Unternehmen ist das ein Meilenstein. Es ist aber auch ein starkes politisches Signal für die Bedeutung regionaler Rohstoffver-sorgung in den Regionen Rhein-Main und Rhein-Neckar.
Wichtig ist mir dabei der folgende Punkt: Dreiviertel unserer Produktion verbleibt in der Region. Gleichzeitig will ich an dieser Stelle deutlich machen, dass mit der Erweiterung keine Erhöhung der jährlichen Produktionsmenge verbunden ist und damit auch keine Erhöhung des Verkehrs. Wir werden uns wie in den vergangenen Jahren auch innerhalb der zulässigen Grenzwerte bewegen.
Das lange Genehmigungsverfahren von elf Jahren, einschließlich zwei Jahren Vorbereitungszeit, brachte große Unsicherheit für die Belegschaft, für unsere Geschäftspartner, Kunden und Lieferanten mit sich. Und für mich als Unternehmer fehlte Planungssicherheit. Investitionen mussten in den letzten Jahren sorgfältig priorisiert werden, einige Projekte wurden zurückgestellt.
Mit der jetzt erfolgten Genehmigung eröffnen sich jedoch in mehrfacher Hinsicht neue Perspektiven:
Wir können nun gezielt in Verbesserungen investieren – insbesondere in den Bereich des Umweltschutzes. Diese Maßnahmen werden den Betrieb in Zukunft nachhaltig stärken. Damit verbunden sind auch positive Effekte für Anwohnerinnen und Anwohner, z.B. aufgrund von Investitionen in den Lärmschutz, in Staubschutzmaßnahmen, in Optimierung von Prozessen und Produktionsabläufen.
Die Erweiterung bedeutet für uns:
o Perspektiven für eine auch in Zukunft sichere Versorgung der Regionen Rhein-Main und Rhein-Neckar mit dringend benötigten Rohstoffen. Dies ist von besonderer Bedeutung, wenn man bedenkt, dass in den letzten 25 Jahren Steinbrüche – z.B. in Dossenheim, Weinheim, Erlenbach und Mengelbach – schließen mussten. Dies hat in den letzten Jahren bereits zu einer massiven Roh-stoffverknappung in der Region geführt.
Fakt ist: Ohne Primärrohstoffe geht es nicht! Auch wenn bereits 90 Prozent der Baustoffe in Deutschland recycelt werden, so decken diese nur 10-12 Prozent des Gesamtbedarfs. Auch vor diesem Hintergrund ist die Erweiterung wichtig für die heimische Rohstoffversorgung.
o Die Erweiterung schafft auch Perspektiven für die rund 90 Mitarbeiter des Unternehmens und ihrer Familien, d.h. für Sicherung qualifizierter Arbeitsplätze! Damit können wir auch jungen Menschen, die bei uns eine Ausbildung machen und sich im Unternehmen weiterentwickeln wollen, eine zukunftssichere berufliche Perspektive geben.
o Wir schaffen weiterhin Perspektiven für die Zukunft unseres Familienunternehmens, das in 5. Generation ein fester Bestandteil der heimischen Wirtschaft und seit Jahrzehnten ein starker Partner der örtlichen Vereine und vieler Initiativen in der Region ist. Wir werden uns auch wei-terhin für soziale Projekte und Projekte im Bereich Naturschutz engagieren.
o Mit der Erweiterung ist der Weg frei für nachhaltige Investitionen, insbesondere in die Prozessoptimierung, den Umweltschutz, in Innovationen und zum Aufbau neuer Standbeine des Unternehmens.
o Und mit der Erweiterung eröffnet sich die Perspektive für einen Tiefgang, durch den die Roh-stoffsicherung für weitere Jahrzehnte gesichert werden kann – und zwar auf den Bestandsflächen!
Dialog und Kompromissbereitschaft
Ich bin überzeugt: Mit dem genehmigten Konzept wurde ein tragfähiger Kompromiss gefunden, mit dem alle Seiten gut leben können.
Klar ist auch, dass ein solch komplexes Verfahren nicht alle Erwartungen aller Beteiligten erfüllen kann. Daher ist es mir immer wichtig gewesen, kompromissbereit und kooperativ zu sein, sowohl im Aus-tausch mit Anwohnern wie auch mit Umweltverbänden. Beispiele dafür sind:
– Die Ausweisung eines 40 ha großen Bannwaldes südlich der Erweiterungsfläche zum Schutz der Anwohner,
– die Ausweisung von Stilllegungsflächen, als wichtiger Bestandteil für den Naturschutz,
– die Einrichtung einer Dauermessstelle auf der Juhöhe für die Glaubhaftigkeit und das Vertrauen in das objektive Messen von Erschütterungen,
– die Bereitschaft auf einen Teil der ursprünglich geplanten Erweiterungsfläche zu verzichten, um damit den Eingriff in die Natur wesentlich zu verringern, wie z.B. dass die umfangreichen Waldwegebaumaßnahmen im Osten nun wegfallen und der Teilbe-reich der Kuppe im Osten bestehen bleiben kann. Wir verlieren dadurch ca. drei bis fünf Abbaujahre. Anstatt der ursprünglich angestrebten 25 bis 30 Jahre Rohstoffsicherung, sprechen wir jetzt von ca. 20 bis 25 Jahren
Wir haben uns von Beginn an für eine transparente und sachliche Kommunikation eingesetzt und den Dialog mit der Bürgerinitiative, mit Anwohnern und Nachbarn, der Politik sowie der interessierten Öf-fentlichkeit aktiv gesucht. Zu dieser Zusage stehe ich auch weiterhin!
Wie geht es weiter?
Wir hoffen, dass wir noch im Jahr 2025 mit den Rodungsarbeiten im ersten von insgesamt vier Abbauabschnitten des Erweiterungsbereichs beginnen können. Noch im September ist geplant, den Zaun zu stellen. Schilder werden entsprechend angebracht.
Voraussetzung für den Beginn der Arbeiten ist, dass alle bis dahin zu erfüllenden Nebenbestimmungen bzw. Auflagen erfolgreich umgesetzt sind.
Die Durchführung der Arbeiten wird unter Einhaltung der vom Regierungspräsidium Darmstadt festgelegten Auflagen umgesetzt bzw. von der Behörde und der BBB (Bodenkundliche Baubetreuung) und ÖBB (Ökologischen Betriebsbegleitung) mit überwacht.
Einige der Auflagen sind bislang einzigartig in Deutschland. Das betrifft insbesondere detaillierte Regelungen zum Brutstandort des Uhus. „Als verantwortungsvolles Unternehmen nehmen wir diese Her-ausforderung gerne an und sehen sie als Chance, unsere Vorreiterrolle in der Branche zu bestätigen.
Für den konstruktiven Austausch mit Vertretern der Bürgerinitiative möchte ich mich bedanken und danke ausdrücklich allen jenen, die sich in der Vergangenheit für das Projekt stark gemacht und dieses zu jeder Zeit unterstützt haben. „Damit meine ich – um nur einige zu nennen – Vertreter des Kreises
Bergstraße, der Stadt Heppenheim, der Gemeinde Mörlenbach, der IHK Darmstadt, der Wirtschaftsförderung, die politischen Mandatsträger auf allen Ebenen, Anwohner, Nachbarn, Berater und Mitarbei-ter, wie auch viele Einzelpersonen, mit denen wir im engen Austausch waren und die uns in den 11 Jahren zur Seite standen.
Vielen Dank!“
